Creativeworld Blog

Zuerst das Zeichnen, dann die Dose

13. Mai 2019

Graffiti sprayen in einem Kurs lernen? Das hört sich erstmal verrückt an. Zum einen ist es in der Regel illegal, Häuserwände und Züge zu besprühen, zum anderen ist Graffiti fest in der Hip-Hop-Kultur verwurzelt, deren Vertreter sich eher auf Jams treffen und breakdancen als den Marker am Flipchart suchen. Und doch: In Nürnberg kann man nicht nur sprayen lernen, sondern auch die dazu nötigen Grundlagen wie Sketchen oder den Umgang mit Mixed Media-Techniken. Ein Angebot, das als Workshop auch im Fachhandel funktionieren kann.

Carlos Lorente ist Gründer der Style Scouts Akademie in Nürnberg, er ist Mediengestalter, Kommunikationswirt und leidenschaftlicher Graffiti-Künstler. Da er sich in den 90er Jahren in der bayrischen Provinz alle Techniken selbst erarbeiten musste, gibt er sein Wissen heute gerne weiter. Mit einem Team von Künstlern und Pädagogen bietet er verschiedenste Kurse an: Für Schulen, Bildungsträger und Unternehmen mit Teilnehmern aller Altersklassen und Vorbildung.

„Als Graffiti-Akademie geben wir sowohl einen historisch-kulturellen Einstieg in diese spannenden Kunstform als auch praktische Tipps zu den Tools und Techniken“, erklärt Carlos Lorente seinen Ansatz. Zusammen mit dem Urban-Art-Künstler Bond Truluv gestaltete er auf der vergangenen Creativeworld eine Sonderschau zur Geschichte von Graffiti in direkter Nachbarschaft zur Sonderschau „Upgrade your store“. Dort wurde gezeigt, wie Street Art und Graffiti in den klassischen Fine Art- und Kreativ-Einzelhandel integriert werden können.

Dabei besteht die Herausforderung für viele Händler, die entsprechenden Produkte attraktiv zu präsentieren und fachlich kompetent zu beraten – mit dem Ziel, neue Kundengruppen zu begeistern.

Ein spannendes Medium hierbei sind Workshops, in denen sich Interessierte mit Farben, Dosen, Markern und den gestalterischen Grundlagen beschäftigen. Ist der Funke übergesprungen, bleibt das Fachgeschäft als beratender Partner im Gedächtnis.

Thematisch ist es sinnvoll, nicht sofort an das wandfüllende Graffiti zu denken. Auch wenn immer mehr Städte Flächen zur Verfügung stellen, ist legales Sprayen in urbanem Kontext noch immer schwierig.

 

 

Als Workshop-Themen bieten sich daher die vorbereitenden Kurse an: Die Teilnehmer lernen den künstlerischen Umgang mit Grafikmarkern auf Papier oder kreieren im Blackbook-Kurs Tags & Styles.

 

Soll es doch Graffiti sein, so sind wasserbasierte Sprühlacke für den Innenbereich eine gute Alternative.

Sie lassen sich auch mit dem Airbrush und Pinseln verarbeiten und können in einer Mixed-Media-Technik mit Lackmarkern und hochdeckenden Acrylfarben kombiniert werden.

Der Vorteil: Als Untergrund eignen sich die verschiedensten Materialien von Glas über Leinwand bis hin zu Textilien. So können sich Einsteiger beispielsweise auf Leinwänden probieren und ihr Kunstwerk im Gegensatz zu echter Straßenkunst mit nach Hause nehmen. Die begeisterten Gesichter verraten es: Auch wer kein ambitionierter Breakdancer oder Rapper ist, kann sich in der Welt der urbanen Künste zuhause fühlen – geht es doch in der Essenz darum, sich künstlerisch auszudrücken und der Welt etwas mitzuteilen.

 

Beitrag teilen